{"id":89,"date":"2017-02-23T18:20:55","date_gmt":"2017-02-23T17:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/loudercontent.coding-pioneers.com\/?p=89"},"modified":"2018-12-09T12:53:35","modified_gmt":"2018-12-09T11:53:35","slug":"gibson-guitars-die-geschichte-der-legendaeren-gitarren-marke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legendary-guitars.com\/en\/gibson-guitars-die-geschichte-der-legendaeren-gitarren-marke\/","title":{"rendered":"Gibson Guitars &#8211; Geschichte der legend\u00e4ren Gitarrenfirma"},"content":{"rendered":"<h2>Die Geschichte hinter der Marke Gibson\u00a0Guitars<\/h2>\n<p>Heute gibt es eine gro\u00dfe Vielfalt an Gitarrenherstellern. Wobei man hier nur die wenigsten als Vorreiter oder Trendsetter bezeichnen kann. Doch wenn jemand diese Bezeichnung verdient hat, dann wohl Gibson. Denn kaum ein Hersteller hat so eine bewegte Geschichte, wie Gibso<\/p>\n<h2>Zeitreise durch die Gibson Geschichte<\/h2>\n<p>Im Laufe ihrer bewegten Geschichte hat Gibson immer wieder Innovationen hervor gebracht und Ideen weiterentwickelt, die die E-Gitarre in ihrer heutigen Form \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht haben. Doch wie fing das eigentlich alles an? Und wann genau ist was passiert? Um diese Fragen zu kl\u00e4ren, laden wir euch ein in unserer kleinen Zeitmaschine Platz zu nehmen. Unsere Reise beginnt vor knapp 120 Jahren in einem amerikanischen \u00d6rtchen namens Kalamazoo in Michigan.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2993\" aria-describedby=\"caption-attachment-2993\" style=\"width: 1230px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2993 size-full\" src=\"https:\/\/staging.legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Die-Gibson-Fabrik-in-Kalamazoo-Public-Library.jpg\" alt=\"Die ehemalige Gibson Fabrik in Kalamazoo, MI. Quelle: Kalamazoo Public Library\" width=\"1230\" height=\"966\" srcset=\"https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Die-Gibson-Fabrik-in-Kalamazoo-Public-Library.jpg 1230w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Die-Gibson-Fabrik-in-Kalamazoo-Public-Library-300x236.jpg 300w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Die-Gibson-Fabrik-in-Kalamazoo-Public-Library-768x603.jpg 768w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Die-Gibson-Fabrik-in-Kalamazoo-Public-Library-1024x804.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1230px) 100vw, 1230px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2993\" class=\"wp-caption-text\">Die ehemalige Gibson Fabrik in Kalamazoo, MI. Quelle: Kalamazoo Public Library<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Orville Gibson und die Mandolinen<\/h2>\n<p>Hier lebt und arbeitet ein gewisser Orville Gibson. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet Gibson in einem Restaurant, seine Leidenschaft ist allerdings der Instrumentenbau. Zuhause in seiner kleinen Hobbywerkstatt t\u00fcftelt er so lange, bis es ihm 1894 gelingt, die Bauweise von Gitarren und Mandolinen entscheidend zu ver\u00e4ndern. Er leiht sich von den Geigenbauern die Idee, die Deckenform seiner Instrumente zu w\u00f6lben und zu schnitzen und erfindet somit quasi die Archtop-Gitarre. Diese Idee l\u00e4sst er sich dann 1898 patentieren. Parallel dazu entwickelt er mit der \u201eF\u201c bzw. \u201eA\u201c-Form zwei dementsprechend gebaute Mandolinen, die heute noch in nahezu identischer Form existieren und mittlerweile als die Standards im Mandolinenbau gelten.<\/p>\n<p>Die von ihm hergestellten Instrumente sind\u00a0 im Gegensatz zur Konkurrenz nicht nur um einiges robuster, sondern auch wesentlich lauter und durchsetzungsf\u00e4higer. Dementsprechend gro\u00df ist die Nachfrage. Irgendwann st\u00f6\u00dft Orvilles kleiner Betrieb an seine Grenzen, weswegen er sich 1902 mit neuen Gesch\u00e4ftspartnern einig wird. Diese gr\u00fcnden in Kalamazoo die Gibson Mandolin-Guitar Mfg. Co., Ltd, kaufen Orville sein Patent ab und stellen ihn als Berater ein. Nach nur einem halben Jahr k\u00fcndigt Orville Gibson bereits wieder (erh\u00e4lt aber f\u00fcr den Rest seines Lebens Zahlungen aus dem Hause Gibson) und verschwindet aus der \u00d6ffentlichkeit. Nach langer Krankheit verstirbt\u00a0er dann am 21. August 1918. Die von ihm gegr\u00fcndete Firma darf sich aber \u00fcber einen steilen Aufstieg freuen.<\/p>\n<h2>Gibson profitiert vom Mandolinen-Boom<\/h2>\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts sind Mandolinen-Orchester das ganz gro\u00dfe Ding. Und da ist Gibson ganz weit vorne mit dabei. Die Instrumente werden immer weiter optimiert und an die Vorstellungen der Musiker angepasst. Ganz\u00a0wie sich das f\u00fcr einen Marktf\u00fchrer geh\u00f6rt. 1921 erfindet der Angestellte Ted McHugh die in der H\u00f6he justierbare Br\u00fccke und den verstellbaren Truss-Rod, also den verstellbaren Halsstab. Dieser verhindert, dass der Zug der Saiten den Hals mit der Zeit nach vorne verbiegt und das Instrument durch die zu hohe Saitenlage quasi\u00a0unbrauchbar wird.<\/p>\n<p>Halsstab und Bridge\u00a0sind gleich zwei bahnbrechende Innovationen, die wir heute noch an jeder E-Gitarre und an jedem E-Bass finden. Ein Lichtblick in einer wirtschaftlich schweren Zeit.<\/p>\n<h2>Dunkle Zeiten: \u00a0Gibson in Schwierigkeiten<\/h2>\n<p>Nach dem Ende des ersten Weltkriegs wurde die Mandoline von anderen Saiteninstrumenten wie dem Tenor-Banjo verdr\u00e4ngt. F\u00fcr ein Unternehmen wie Gibson, das sich in Herstellung und Vertrieb beinahe ausschliesslich auf diese nun unpopul\u00e4re Instrumentengattung spezialisiert hat, wird dies zur Bedrohung.\u00a0Zun\u00e4chst versucht Gibson 1922 mit der F5 die \u201eultimative Mandoline\u201c auf dem Markt zu etablieren. Als Nebenprodukt entsteht die Gibson L5-Gitarre, die ebenfalls \u00fcber die charakteristischen F-L\u00f6cher verf\u00fcgt. Heute z\u00e4hlen beide Instrumente zu den gro\u00dfen Klassikern ihrer Gattung, doch damals waren beide ein Flop. Der erhoffte Rettungsschlag bleibt leider aus und Gibson entl\u00e4sst einen Teil seiner Belegschaft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2994\" aria-describedby=\"caption-attachment-2994\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2994 size-full\" src=\"https:\/\/staging.legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur.jpg\" alt=\"Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur\" width=\"1200\" height=\"929\" srcset=\"https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur.jpg 1200w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur-300x232.jpg 300w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur-768x595.jpg 768w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Kalamazoo-Factory-Interieur-1024x793.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2994\" class=\"wp-caption-text\">Im Inneren der Gibson-Fabrik in Kalamazoo, MI. Quelle: Kalamazoo Public Library<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Jazz kommt Gibson zur Rettung<\/h2>\n<p>Unter neuer F\u00fchrung gelingt es dann, das Schiff in den 30er-Jahren wieder in etwas ruhigere und erfolgreichere Gew\u00e4sser zu steuern. Es ist die \u00c4ra der Jazz-Bands, die Musik wird immer lauter \u2013 da wollen die Gitarristen nat\u00fcrlich mithalten. Anfangs versucht es Gibson noch mit \u201ekonventionellen\u201c Mitteln und bringt Modelle wie die Advanced-L5 oder die Gibson Super 400 heraus. Die Idee dahinter: Gr\u00f6\u00dferer Korpus ist gleich mehr Lautst\u00e4rke. Diese Gleichung geht durchaus auf. Auf die Spitze treibt Gibson dieses Spielchen dann mit der beinahe \u00fcberdimensionalen Super 400, die viele auch heute noch als die Mutter aller Archtop-Gitarren verehren.<\/p>\n<p>Doch 1935 erkennt Gibson die Zeichen der Zeit und bringt seine ersten beiden Instrumente\u00a0mit Tonabnehmern und die dazugeh\u00f6rigen Verst\u00e4rker auf den Markt. An die EH-150, eine Hawaii-Style- bzw. Lap-Steel-Gitarre erinnern sich wahrscheinlich nur die wenigsten, doch mit der ES-150 (ES steht f\u00fcr \u201eElectric Spanish\u201c) liefert Gibson die Blaupause f\u00fcr die halbakustische Gitarre, wie wir sie heute kennen. Die identischen Ziffern in der Modellbezeichnung verraten \u00fcbrigens die damalige Preispolitik: Die Gitarren standen jeweils im Set mit Amp und Kabel f\u00fcr 150 Dollar in den L\u00e4den.<\/p>\n<h2>Die Gibson SJ-200 Akustik Gitarre<\/h2>\n<p>Wenige Jahre sp\u00e4ter entsteht dann die n\u00e4chste legend\u00e4re akustische Gibson-Gitarre. Der \u201esingende Cowboy\u201c und Filmstar Ray Whitley h\u00e4tte gerne ein besonders gro\u00dfes Instrument, Gibson entwirft f\u00fcr ihn daraufhin die Super Jumbo. Diese geht dann unter der Bezeichnung J-200 bzw. SJ-200 1938 in Serienproduktion und ist bis heute besonders im Country &amp; Western nicht mehr wegzudenken.<\/p>\n<p>Ein Jahr darauf beschreitet Gibson dann wiederum neue Wege und stellt mit der Super 400 Premier und der L-5 Premier die ersten Gitarren mit \u201eCutaway\u201c vor. Diese f\u00fcr die damalige Zeit radikale, aber brillant einfache Idee etabliert sich schnell zum neuen Standard im Gitarrenbau, da es den Gitarristen somit wesentlich leichter gemacht wird, auch die h\u00f6heren Tonlagen problemlos zu erreichen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs muss sich auch Gibson mit dem Problem verknappter Ressourcen herumschlagen, da fast s\u00e4mtliche Materialien f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie gebraucht werden. Doch kurz bevor die Produktion umgestellt wird, pr\u00e4sentiert Gibson mit der J-45 sowie der Southern Jumbo (kurz: SJ) zwei weitere auch heute noch beliebte Akustikgitarren.<\/p>\n<p>1944 bekommt die Firma Gibson mit der Chicago Musical Instrument Co. (eines der gr\u00f6\u00dften Musik-Gro\u00dfhandelsunternehmen des Landes) einen neuen Besitzer.<\/p>\n<h2>Die Nachkriegszeit und der Aufschwung der Gibson-Gitarren<\/h2>\n<p>In den Jahren nach dem Krieg etabliert sich Gibson endg\u00fcltig als eines der f\u00fchrenden Unternehmen im Gitarrenbau. Zun\u00e4chst wird mit dem P-90-Tonabnehmer ein Singlecoil perfektioniert, was dann wiederum die Konstruktion weiterer neuer Modelle erm\u00f6glicht. Darunter Klassiker der E-Gitarre wie die ES-5 (die erste Gitarre mit drei Pickups) und die ES-175 sowie die L-5CES und die Super 400CES.<\/p>\n<p>CES bedeutet nichts weniger als Cutaway Electric Spanish und gibt einen deutlichen Hinweis auf die Grundform der, wie damals noch \u00fcblich, halbakustischen Instrumente. Die erste in vollmassiver Bauweise hergestellte Gitarre der Firmengeschichte ist dann 1952 die Gibson Les Paul. Zugegeben: Dieses Modell wird erst nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu der heute bekannten Rock&#8217;n&#8217;Roll-Ikone und zu dem gr\u00f6\u00dften Verkaufsschlager der Firmenhistorie. Zwei Jahre sp\u00e4ter gelingt Gibson 1954 der n\u00e4chste technische Durchbruch. Der Ingenieur und Firmenvorsitzende Ted McCarty kann vielleicht nicht Gitarre spielen, trotzdem erfindet er die \u201eTune-O-Matic\u201c-Br\u00fccke. Diese erlaubt es, alle Sattel und damit die H\u00f6he der Saiten einzeln zu justieren. Eine sensationelle Idee, die bis heute nicht bloss fester Bestandteil fast jeder Gibson-E-Gitarre, sondern sogar jeder anderen halbwegs ernstzunehmenden E-Gitarre ist.<\/p>\n<h2>Der Gibson Humbucker. Und wof\u00fcr steht eigentlich &#8222;P.A.F&#8220;?<\/h2>\n<p>Das gilt ebenfalls f\u00fcr das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding aus dem Hause Gibson: Herk\u00f6mmliche Singlecoils erzeugen bei der seinerzeit geforderten Lautst\u00e4rke einfach zu viele Nebenger\u00e4usche. Die L\u00f6sung ist der Humbucker, ein Tonabnehmer mit zwei Spulen, die phasenverkehrt verbaut sind. Somit l\u00f6scht das Brummen der einen Spule das Brummen der anderen aus. Daher auch der Name &#8222;Humbucker&#8220;, was f\u00fcr &#8222;Buck the hum&#8220;, also &#8222;Unterdr\u00fccke das Brummen&#8220; steht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2995\" aria-describedby=\"caption-attachment-2995\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2995\" src=\"https:\/\/staging.legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/IMG_0869_Gibson-Les-Paul-Custom-1971-Seb-1024x631.jpg\" alt=\"Gibson Humbucker Embossed Logo\" width=\"525\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/IMG_0869_Gibson-Les-Paul-Custom-1971-Seb-1024x631.jpg 1024w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/IMG_0869_Gibson-Les-Paul-Custom-1971-Seb-300x185.jpg 300w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/IMG_0869_Gibson-Les-Paul-Custom-1971-Seb-768x473.jpg 768w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/IMG_0869_Gibson-Les-Paul-Custom-1971-Seb.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2995\" class=\"wp-caption-text\">Gibson PAF Humbucker mit &#8222;Embossed Logo&#8220;- Kappe aus dem Jahr 1972<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mitte der 50er-Jahre beginnt Gibson damit derartige Tonabnehmer einzubauen, unter dem Spitznamen \u201eP.A.F\u201c werden diese Musikgeschichte schreiben. Der Spitzname r\u00fchrt daher, dass Gibson damals zwar ein Patent angemeldet hatte, die Nummer aber noch nicht vergeben war. Es gibt auch Ger\u00fcchte, dass man schlicht das Geld zum Eintragen des Patents nicht hatte. Daher kam nur ein kleiner Sticker mit dem Schriftzug &#8222;Patent Applied For&#8220; auf die R\u00fcckseite der Haumbucker. Die Abk\u00fcrzung &#8222;P.A.F.&#8220; hat sich dann im Sprachgebrauch durchgesetzt. Heute sind originale P.A.F.s gesuchte und enorm teure Pickups, die Gibson mit den &#8222;Burstbucker&#8220;-Pickups sehr originalgetreu nachgebildet hat.<\/p>\n<h2>Gibson und Epiphone geh\u00f6ren seit 1957 zusammen<\/h2>\n<p>Nachdem Gibson schon mehrfach den Besitzer gewechselt hat, wird der Spie\u00df 1957 umgedreht. Gibson kauft\u00a0den Konkurrenten\u00a0Epiphone, den ehemals vielleicht gr\u00f6\u00dften Rivalen. Kurz darauf re\u00fcssiert Epiphone mit komplett \u00fcberarbeiteter Modellauswahl neu. Doch nicht jede Idee entpuppt sich sofort als Volltreffer. Die im gleichen Jahr vorgestellten Explorer-, Moderne- und Flying-V-Modelle teilen ein \u00e4hnliches Schicksal wie seinerzeit auch die Les Paul. Sie sind ihrer Zeit einfach voraus und verkaufen sich anfangs nur in geringen St\u00fcckzahlen. Ganz im Gegensatz zur gleichzeitig pr\u00e4sentierten ES-335. Sie verbindet die\u00a0moderne, massive Bauweise mit traditionellen Elementen.<\/p>\n<h2>Die 1960er-Jahre der Beat-Era und des Rock&#8217;n&#8217;Roll<\/h2>\n<p>In den 60er-Jahren freut sich Gibson dann \u00fcber Rekordums\u00e4tze. Stellenweise werden \u00fcber 100.000 Instrumente pro Jahr in die L\u00e4den gewuchtet. 1961 soll dann die Les Paul von der SG abgel\u00f6st werden, doch bereits ab 1968 existieren beide Modelle friedlich nebeneinander im Programm.<\/p>\n<p>Ende des Jahrzehnts gehen Gibson als auch der Mutterkonzern CMI dann in den Besitz einer ecuadorianischen Firma \u00fcber, die ihr Geld sonst mit Zement und Bier verdient. Das ganze bekommt einen neuen Namen: Norlin.<\/p>\n<h2>Die Gibson Geschichte der 1970er Jahre<\/h2>\n<p>1974 entsteht dann in Nashville eine weitere Gitarren-Fabrik. Die Qualit\u00e4t der an diesem Ort entstanden Gitarren unterscheidet sich stellenweise eklatant von den in Kalamazoo hergestellten, was bis heute regelm\u00e4\u00dfig Grund f\u00fcr hei\u00dfe Diskussionen unter eingefleischten Fans\u00a0ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2996\" aria-describedby=\"caption-attachment-2996\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2996\" src=\"https:\/\/staging.legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock-1024x631.jpg\" alt=\"Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock\" width=\"525\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock-1024x631.jpg 1024w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock-300x185.jpg 300w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock-768x473.jpg 768w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/Gibson-Les-Paul-Standard-1979-Headstock.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2996\" class=\"wp-caption-text\">Gibson Les Paul Standard von 1979 mit der damaligen gr\u00f6\u00dferen Kopfplatte<\/figcaption><\/figure>\n<p>Anfang der 80er-Jahre laufen die Gesch\u00e4fte nicht zum ersten Mal in der Firmenhistorie eher schlecht, auch wenn die kreativen K\u00f6pfe hinter Gibson erkennen, dass sich der Markt inzwischen vermehrt f\u00fcr Vintage-Instrumente interessiert und mit ihren ersten Reissues (wie der Les Paul Heritage) kleine Erfolge feiern d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>1984 dann ein echter Tiefschlag: Das traditionsreiche Werk in Kalamazoo schlie\u00dft seine Pforten endg\u00fcltig und Gibson zieht komplett nach Nashville um.<\/p>\n<p>Ein paar der alten Gibson-Gitarrenbauer werden sp\u00e4ter unter dem Namen &#8222;Heritage Guitars&#8220; in diesem Werk wieder Gitarren bauen. Die Qualit\u00e4t dieser Gitarren erreicht leider nie professionelle Standards, und so bleiben sie bis heute eher eine kleine Marke im Gitarrenbereich.<\/p>\n<h2>Neue Chefs bei Gibson und der Befreiungsschlag von Norlin<\/h2>\n<p>Als es Gibson\u00a0Anfang 1986 finanziell so richtig dreckig geht, springen die heutigen Chefs Henry Juszkiewicz und David Berryman in die Bresche und kaufen Norlin die Marken Gibson und Epiphone f\u00fcr angeblich 20.000 Dollar ab.<\/p>\n<p>Unter ihrer F\u00fchrung berappelt sich das Unternehmen nicht nur wieder, sondern expandiert sogar. So werden in den Folgejahren weitere Werke in Memphis und Bozeman er\u00f6ffnet sowie weitere Firmen wie der Schlagzeughersteller Slingerland oder der Software-Hersteller Cakewalk in das Firmenkonglomerat eingegliedert. Dass alte und neue Rockstars wie Joe Perry von Aerosmith oder Slash von Guns\u2019n\u2019Roses fast ausschliesslich auf bew\u00e4hrte Gibson-Klassiker setzen, unterst\u00fctzt diese Entwicklung nur.<\/p>\n<p>Um die Nachfrage nach Gitarren alter Schule befriedigen zu k\u00f6nnen vergr\u00f6\u00dfert Gibson 1993 seinen Custom Shop , der sich auf hervorragende Nachbauten der alten Sch\u00e4tzchen spezialisiert hat.<\/p>\n<h2>Das 21. Jahrhundert: Gibson stellt sich breiter auf<\/h2>\n<p>Auch im neuen Jahrtausend geht es f\u00fcr Gibson weiter nach oben. Mittlerweile geh\u00f6ren zahllose Firmen zum Konzern, doch sich auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen kommt f\u00fcr Gibson nicht in Frage. Stetig wird versucht, die bew\u00e4hrten Klassiker mit mehr oder weniger vorsichtigen Modifikationen noch besser zu machen. Doch auch Innovation ist nach wie vor ein gro\u00dfes Thema: Mit dem Kauf der Firma Tronical bringt Gibson die &#8222;Robot-Guitar&#8220; auf den Markt, die nach der ersten selbststimmenden Gitarre von Jimmi Page nun Serienreife erlangen soll.<\/p>\n<figure id=\"attachment_646\" aria-describedby=\"caption-attachment-646\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-646\" src=\"https:\/\/staging.legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/GIBSON_RGB_PEARL.jpg\" alt=\"Gibson Gitarren Logo\" width=\"600\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/GIBSON_RGB_PEARL.jpg 600w, https:\/\/legendary-guitars.com\/wp-content\/uploads\/GIBSON_RGB_PEARL-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-646\" class=\"wp-caption-text\">Das fr\u00fchere Gibson Guitars Logo mit MOP-Look<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Moody rankt Gibson runter und Ger\u00fcchte um einen Verkauf<\/h2>\n<p>2007 zentralisierte Gibson seinen Vertrieb in Vianen\/NL und baute \u00fcberall auf der Welt teure Showrooms und Artist-Relation-B\u00fcros auf. Allein der Showroom in Tokio soll Ger\u00fcchten zufolge 40.000 Dollar im Monat verschlungen haben. War es bis dahin f\u00fcr Musikh\u00e4ndler noch m\u00f6glich, auch einzelne Gibson-Gitarren kaufen und verkaufen zu k\u00f6nnen, so hat Gibson mit seiner neuen Vertriebspolitik nur noch H\u00e4ndler im Boot, die gewisse Anzahlen und Modelle im Laden haben.<\/p>\n<p>Permanente Qualit\u00e4tsschwankungen brachten die Marke immer wieder ins Gerede, und die Modellpalette von 2015 verkaufte sich unter den Erwartungen. Schlie\u00dflich rankte die Ratingagentur die Firma Gibson herunter.<\/p>\n<p>Es kursierten Ger\u00fcchte um einen Verkauf der Marke an einen Wettbewerber aus dem Gitarrenbereich, die sich bis heute aber nicht bewahrheiteten.<\/p>\n<h2>Tradition und Weitermachen bei Gibson Guitars<\/h2>\n<p>Bis in die 2000er-Jahre hatte Gibson noch den Claim &#8222;Quality, Prestige and Innovation&#8220; in Verwendung. Drei wichtige Werte, die die Marke wohl auch in Zukunft noch weiter wachsen lassen werden.<\/p>\n<p>Gibson ist sich der\u00a0eigenen Tradition bewusst, und so werden wir auch in diesem Jahr \u00fcber etliche Les Pauls, SGs oder Flying Vs staunen, die es trotz ihres Alters immer wieder schaffen, uns neu zu begeistern. Qualit\u00e4t setzt sich am Ende eben immer durch.<\/p>\n<p>Link zur Gibson-Website: <a href=\"https:\/\/www.gibson.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">https:\/\/www.gibson.com<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dich interessiert nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Geschichte einer Firma? 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